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Die Sage

Es war still in der Stadt. Eine fast unwirkliche Stille breitete sich über Regensburg aus: dieStille. Drei Gestalten schlichen über die Steinerne Brücke, ein einzigartiges Werk mittelalterlicher Baukunst. Und diese drei Gestalten brachten den Teufel um den Verstand, trieben ihm noch mehr Zornesröte als üblich ins Gesicht. Seither steht die Brücke – und ist heute das Wahrzeichen der stolzen Stadt an der Donau.

 

Die Sache mit dem Teufel. Eine Sage. Aber eine so schöne Sage, dass sie dieser Regensburger Destillerie ihren Namen gab: dieStille – eine Verneigung vor der Stadt und eine Erinnerung an jene lautlose Finte, die den Teufel um seinen sicher geglaubten Lohn gebracht hat.

 

Und diese Sage der Steinernen Brücke geht so: sie erzählt von einer Wette zwischen dem Brückenbaumeister und dem Dombaumeister. Diese Wette bestand darin, dass derjenige, welcher seinen Bau zuerst vollendet, dem Überwundenen eine Leibstrafe auferlegen dürfe. Rasch wuchs der Dombau aus dem Grund, was der Brückenbaumeister mit stiller Bekümmernis zur Kenntnis nahm. Immer war er unter seinen Leuten und trieb sie zur Arbeit an, trotzdem blieb der Bau der Brücke hinter dem des Domes weit zurück. In seiner Not ging nun der Brückenmeister einen Bund mit dem Teufel ein. Dieser versprach ihm Beistand und Hilfe, der Brückenbaumeister versprach ihm dagegen die ersten drei Seelen, welche über die Brücke gehen würden.

Von dieser Stunde an ging der Bau der Brücke rasch vonstatten. Es war, als ob die Steine sich von selbst zusammenfügten. Der Dombaumeister geriet in Sorge. Täglich stand er auf dem Vorsprunge seines Baues und blickte schweren Herzens zur Brücke hinüber. Da erdröhnten eines Tages drei weithin schallende Hammerschläge. Sie hatten die Einfügung des Schlusssteines in die Brücke verkündet. Der Dombaumeister hatte also die Wette verloren und stürzte sich in seiner Verzweiflung vom Dom herab. 

 

Der Brückenbaumeister konnte sich über die gewonnene Wette aber nicht recht freuen: Mit Schrecken dachte er an den Augenblick, da sich der Teufel seine Opfer holen werde. Da riet ihm ein alter Kapuziner, drei Tiere auf die Brücke zu bringen. Der Brückenbaumeister holte zwei Hähne und einen Hund und jagte sie hinüber.

 

Der Teufel, der fest mit menschlichen Seelen gerechnet hatte, sah sich um seinen Lohn betrogen und war außer sich. aus unbändiger Wut über die Täuschung versuchte der Teufel, sein Werk wieder zu zerstören. Er stemmte sich mit aller Kraft gegen die Brücke, konnte sie jedoch nicht zum Einsturz bringen. Durch seine Anstrengung hob sich die Brücke in der Mitte an, was der Sage nach den heute sichtbaren „Buckel“ des Bauwerks erklärt. 

 

Ein weiteres Element der Sage ist das Bruckmandl, eine Steinfigur auf der Brücke, die als Darstellung des Brückenbaumeisters gilt, der prüfend zum Dom hinüberschaut.

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